Der Donnersberg im Winter

Im vergangenen Winter waren wir zum ersten Mal auf dem Donnersberg im Nordpfälzer Bergland unterwegs. Schon von den kahlen Hügeln Rheinhessens aus gibt sich der 687 Meter hohe Koloss zu erkennen. Quasi immer im Blick – also Grund genug, um dem alten Herren mal einen Besuch abzustatten.

Dazu eignet sich natürlich keine bessere Jahreszeit als der Winter. Und da dieser sowieso nur noch im Kalender als Jahreszeit existiert, packten uns die milden Temperaturen und wir machten uns auf zum Donnersberg. Die uns vorliegenden GPS Daten waren leider veraltet, sodass wir teils Querfeldein wandern mussten. Wer die Tour jedoch selbst mal erleben möchte, hier bekommt Ihr die aktuelle Daten und Informationen von dieser Runde.

Das Wetter war gut, in höheren Lagen konnte man etwas Schnee erahnen. Wir starteten also in Dannenfels. An der Bergflanke entlang ging es erstmal Richtung Norden, dann wieder nach Süden. Jetzt kam der Aufstieg. Laut GPS Track sollte es auf der Höhe von Marienthal einen Weg in die nächste Ebene geben. Vor und zurück war weit und breit nichts zu sehen. Also machten wir es wie die Tiere und nahmen eine kleine Abkürzung, denn es war schon spät und die Sonne (irgendwo hinter den Wolken) stand tief.

Bereits nach den ersten Höhenmetern freuten wir uns  über erste, vereinzelte Schneefelder. Das rotbraune Laub wurde mehr und mehr vom Weiß des Schnees verdrängt, unsere winterliebenden Herzen schlugen höher.

Weiter ging es. Jeder neue Höhenmeter schenkte uns neuen Schnee…

…aber auch der Nebel wurde immer dichter.

Mit der uns erhofften Aussicht ins weite Tal wurde es heute leider nichts. Wir stapften durch den mittlerweile einige Zentimeter hohen Schnee weiter in Richung Plateau. Da tauchte plötzlich ein Stacheldrahtzaun vor uns auf. Nach weiteren Metern schälte sich ein Gebäude aus dem Nebel. Es war umgeben von einer Art gewaltigem Gerüst, dessen Sinn sich uns nur erahnen ließ. Später stellte sich heraus, dass es sich um eine alte US-Funkstation handelt. Sogar die Größte in ganz Westeuropa! Sie hatte vorwiegend zu Zeiten des kalten Krieges eine wichtige Bedeutung für die Verbindung der US-Army in die USA.

Nur ein paar hundert Meter weiter gab uns ein Schild weitere Hinweise auf das, was uns wegabwärts im Nebel erwarten sollte. Wir zogen unsere Köpfe ein und stapften mutig voran.

Kurz darauf wurde uns klar, von wo das Eis, vor dem das Schild gewarnt hatte, auf uns herunter brechen könnte. Wir erreichten den Sendeturm auf dem Donnersberg. Der Turm ist beeindruckende 200 Meter hoch, gut zwei Drittel wurden gänzlich vom Nebel verschluckt. Aber Glück für mich, denn ohne Weitwinkel-Objektiv passte trotz Entfernung sowieso nur ein Bruchteil des Turms auf das Foto.

Dann fing es auch schon zu Dämmern an. Das Sonnenlicht wollte uns nur allzugern im Nebel zurück lassen. Wir mussten uns also beeilen. Leider war auch hier der GPS-Track nicht auf unserer Seite, daher wurde aus den letzten Kilometern noch eine kleine, aber nicht unspannende Nachtwanderung fernab der üblichen Wege. Gut ausgerüstet mit Beleuchtung war das glücklichwerweise kein Problem und so erreichten wir schlussendlich ummantelt von Nebel und Dunkelheit unser kleines, gelbes Auto. Fazit Donnersberg: Hier gibt es noch viel zu entdecken! Auch bei (und vielleicht gerade wegen?) schlechtem Wetter. Donnersberg – wir kommen wieder!

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